Januar 2022 * Walter Korn brachte Medikamente nach Burkina Faso *

Süddeutsche Zeitung Landkreise, Montag, 17. Januar 2022

 

Portrait KindAls Walter Korn vor Kurzem im Norden von Burkina Faso ankam, um Medikamente abzuliefern, bot sich ihm ein ungewohntes Bild. Vor der kleinen Krankenstation stand ein Motorrad, voll gepackt mit Kisten. Der Fahrer wollte sie in die Nähe der Grenze bringen. Die Tour war gefährlich, die Zeit knapp. Kurz bevor der Mann Gas gab, packte er auch noch eine Styroporbox mit Corona-Impfstoff auf den Lenker, Johnson&Johnson stand auf dem Etikett. Das Thermometer zeigte 40 Grad Celsius an.

„Die Menschen in Burkina Faso sind so dankbar für jede Hilfe, aber es kommt so wenig bei ihnen an“, sagt Korn an einem kalten Januartag nach seiner Rückkehr aus Afrika. Was nützt ein Impfstoff, wenn es keine Kühlketten gibt?, fragt er sich. Wenn die Straßen so unsicher sind, dass sich kaum noch ein Fremder in die entlegenen Regionen traut? Zurück in München erfuhrKorn, was an der Grenzstation, die der Motorradfahrer beliefern wollte, passiert war: Eine Al Quaida-Gruppe hatte sie angegriffen, 59 Polizisten wurden getötet.

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