Gesundheitliche Folgen von weiblicher Beschneidung / FGM

 

Direkte Folgen

Schon die direkten Folgen sind erheblich - durch die Verletzung von Arterien und Venen können Blutungen und Kollaps auftreten, die letztlich zum Tod führen; durch die starken Schmerzen infolge des Eingriffs ohne Betäubung kommt es oft zu Angstzuständen und Traumatas. Häufig treten durch die nichtsterilen Instrumente (mehre Mädchen werden ohne Säuberung der Instrumente nacheinander beschnitten) und die traditionellen Wundheilmittel (Asche, Pflanzensäfte) Infektionen auf. Es kommt zu Unterleibs-entzündungen, Blutvergiftungen, Teternus, Wundbrand und nicht zuletzt zu AIDS. Durch die ungünstigen Bedingungen, wie einfachste Instrumente, schlechte Lichtverhältnisse und dadurch, dass sich die Mädchen natürlich wehren kommt es häufig zu Verletzungen von Harnröhre, Scheide, Damm, Mastdarm und es kommt sogar zu Knochenbrüchen.
Durch den Eingriff sterben letztlich 5 - 10 % der Mädchen und Frauen.

 

Spätfolgen

Unter den Spätfolgen finden sich häufig Schwierigkeiten beim Urinieren, Harnwegsinfektionen, Inkontinenz, Unterleibsentzündungen, Unfruchtbarkeit, Zysten, Abszesse, Fisteln und Menstruationsschwierigkeiten. Durch aufgestautes Blut, dass durch die kleine Öffnung nicht oder nur schwer abfließen kann, kommt es oft zu starken Schmerzen. Für den ersten ehelichen Verkehr müssen die Mädchen vom Ehemann oder einer Hebamme geöffnet werden (Deinfibulation). Die Wunde kann aber immer wieder zuwachsen und natürlich infiziert werden. Sexualstörungen sind nicht selten. Große Gefahr besteht auch bei der Geburt. Das vernarbte Gewebe ist nicht so dehnbar. Es kann zu Geburtsverzögerungen kommen, zur Erschöpfung der Frau und zu großen Problemen für Mutter und Kind. Schließlich muss die Wunde nach der Geburt wieder verschlossen werden (Reinfibulation).
Außerdem kommt es noch zu einer ganzen Reihe von psychischen und sozialen Folgen.
20 % der betroffenen Frauen sterben an den Spätfolgen. Die Folgeerkrankungen werden oft nicht in Zusammenhang mit der vor Jahren erfolgten Beschneidung gebracht.

 

Unmittelbare gesundheitliche Beschwerden

  • Begleitverletzungen von Harnröhre, Blase, Anus, Arterien, Nerven
  • Frakturen, Blutverlust, Schmerzen, Schock, Ohnmacht, Infektionen
  • Durch den Eingriff sterben 5 - 10 %

 

Langfristige Beschwerden

  • Beschwerden bei Menstruation und Urinieren
  • unangenehmer Geruch
  • Geschwollener Bauch
  • Sterilität, Inkontinenz
  • Infektionen, Zysten
  • 20 % sterben an Spätfolgen

Psychische Folgen

  • Wut, Scham, Hilflosigkeit, Schlafstörungen, Essprobleme, Depressionen, Konzentrations- und Lernschwächen, Angst- und Panikattacken, Alpträume, Neurosen
  • Betroffene fühlen sich diskriminiert , ausgegrenzt und verraten

 

Folgen für die Sexualität

  • Schmerzen und Verletzungen während des Geschlechtsverkehrs
  • Lustlosigkeit, Distanziertheit, Angst
  • Eingeschränkte Empfindsamkeit
  • Schuldgefühle, Versagensängste
  • Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt
  • Verletzungen, Gebärmuttersenkung, Gebärmuttervorfall
  • Totgeburten

 

Soziale Konsequenzen

  • Ausgrenzung aus der Gesellschaft aufgrund von:
  • Verweigerung der weiblichen Beschneidung
  • Inkontinenz, unangenehmer Geruch
  • Sterilität

 

Herkunft der FGM